Fast Fashion

Caroline Heindl

Immer mehr, immer billiger

Billig & viel kaufen - nicht umsonst trägt die Fast Fashion ihren Namen, weshalb wir mittlerweile bei dem Punkt angelangt sind, indem jährlich durchschnittlich 24 Kollektionen auf dem Markt landen, was von der letzten Kollektion übrig ist, wird billig verkauft oder entsorgt.

Schätzungen gehen davon aus, dass Österreicher*innen jährlich pro Kopf 19 Kilogramm Textilien kaufen, das entspricht rund einem Kleidungsstück pro Woche. Vieles davon wird für die Mülltonne gekauft, denn die Österreicher*Innen schmeißen im Jahr durchschnittlich 11 Kilogramm Kleidung weg, das meiste in unserem Kleiderschrank hat gerade einmal eine Lebensdauer von 1 - 3 Jahren.

(c) Andri Tambunan_Greenpeace.jpg
"An den Farben der Flüsse in China erkennt man die Farben der Saison." - Greenpeace

Fast Fashion hinterlässt Spuren

Was so wirkt, als wäre es die Badewanne einer Zehnjährigen, zeigt die traurigen Umwelteinflüsse der Fast Fashion Industrie in Indonesien. Insgesamt werden 43 Millionen Tonnen Chemikalien in der Textilindustrie eingesetzt, die Mensch und Natur belasten, 1/4 davon sind hochgiftig. Tests zeigen immer wieder in Europa verbotene, teilweise krebsverdächtige Stoffe (z.B. Azofarbstoffe).

Nicht nur Chemikalien, auch wertvolle Ressourcen wie Wasser, werden im Überfluss verwendet: Rund 8.000 Liter Wasser benötigt die Produktion einer einzigen paar Jeans (Anbau, Färben etc.) oder besser gesagt 57 rand gefüllte Badewannen.

Die Welt trägt Plastik, bereits 80 Prozent der Textilien enthalten Polyester,  ⅓ des Mikroplastiks im Meer stammt genau von jenen Plastikfasern, die bei der Wäsche verloren und nur zum Teil aus dem Wasser entfernt werden können.

Arbeitsbedingungen

Zu guter Letzt die Arbeiter*innen, die auch in der Lieferantenkette an letzter Stelle stehen. An einem T-Shirt verdienen sie im Schnitt nur 0,6 Prozent mit, das betrifft weltweit 75 Millionen Menschen und das meist Frauen – inoffiziell auch Kinder. In Asien arbeiten insgesamt 62 Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen. Das Einzige, das die Umstände verbessern kann ist eine strikte Regelung, die Übernahme von Verantwortung der gesamten Lieferantenkette eines Unternehmens - keine Ausreden mehr.

https://www.greenpeace.de/kampagnen/detox

Zurück zum Ursprung

Angefangen bei ökologisch nicht nachhaltigen Ressourcenverbrauch, über menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen, bis hin zum Wegwerfprodukt, das kaum recyclebar ist: Ein Umdenken der Gesellschaft zurück zur Slow Fashion ist längst überfällig.

Insgesamt verursacht die Textilbranche jährlich 1,2 Milliarden Tonnen CO2-Ausstoß, mehr als der internationale Flug- und Schiffsverkehr zusammen. Um seinen Teil zum Umweltschutz beizusteuern, braucht es keinen völligen Verzicht auf Shopping, sondern ein höheres Verantwortungsbewusstsein, bei Industrie und Konsument.

Anstatt beim nächsten Einkauf 7 Basic T-Shirts zu kaufen, reicht vielleicht auch nur eines, das zwar teurer aber auch nachhaltig produziert wurde. Nachhaltigkeit bedeutet in den meisten Fällen regional einzukaufen, besonders zurzeit ein netter Beitrag für die Mitmenschen.

Auch Second Hand, längere Tragedauer oder Kleidertausch sind eine Möglichkeit. Es gibt einige Wege, die schon großes Bewirken. Sind wir uns mal ehrlich, auf ein neues Outfit zu verzichten, fällt uns doch schon deutlich leichter, als auf den nächsten Sommerurlaub.

Links

- https://www.youtube.com/watch?v=BFtSTQZy_NQ

- https://www.youtube.com/watch?v=P_xILTSfudQ

- https://www.youtube.com/watch?v=mKPB0uW4cto



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