Plastik

Caroline Heindl

Der Kampf gegen die Plastikflut

“Bis 2050 wird die Menge des Plastikmülls die Masse aller Fische der Weltmeere übertreffen”, schon allein diese Prognose der Forscher aus den USA lässt Schlimmes erahnen. Insgesamt schwimmt über 150 Millionen Tonnen Plastik im Meer und jährlich kommen bis zu 12 Millionen weitere Tonnen dazu Wenn minütlich ein LKW eine Fuhr Plastik in den Ozean kippt, kommt man in einem Jahr auf die gleiche Menge.

Seit den 1950ern steigt der Berg an Plastikmüll ins Unermessliche. Plastik findet sich in den meisten Alltagsgegenständen wieder: Kleidung, Reifen, Verpackungen, Hygieneartikel usw.,
Es ist unser täglicher Begleiter. Besonders die Industrie schätzt den Rohstoff Plastik, da es flexibel, leicht vor allen eines, nämlich dass es billig ist.

Die unschönen Seiten von Kunststoff bekommen wir nur selten zu sehen. Angefangen bei dauerhaften Umweltschäden, denn eine PET-Flasche benötigt 450 Jahre bis sie zerfällt, Tierleiden durch das Verwechseln mit Nahrung und schlussendlich im Lebenszyklus weitergedacht: der Gefährdung des Menschen selbst.

Körper als Mülleimer

Mehr als 800 Tierarten, die im Meer oder Küstenbereich leben, werden schätzungsweise durch Plastikmüll verletzt oder verenden sogar dadurch. Besonders bedenklich ist das Mikroplastik in der Natur (Kunststoffteilchen unter fünf Millimeter), in diesem Punkt schließt sich auch der Zyklus zu uns Menschen.

In vielen Studien wurde Mikroplastik im Organismus der Probanden nachgewiesen, Experten sprechen davon, dass wir wöchentlich in etwa das Gewicht einer Bankomatkarte durch die Nahrung aufnehmen.

Situation in Österreich

In Österreich fallen pro Kopf rund 42 Kilogramm Plastikmüll an, damit liegen wir 24 Prozent über dem europäischen Schnitt. Gleichzeitig recyceln wir nicht einmal ein Drittel des jährlich anfallenden Plastikmülls. Der Großteil wird einfach verbrannt. Im EU-Ländervergleich liegt Österreich zur Zeit auf dem 22. Rang und hat sich innerhalb von zehn Jahren um traurige 13 Plätze verschlechtert.

Auch Österreich trägt seinen Teil zur Verschmutzung der Meere bei, denn über die Donau gelangen jährlich 40 Tonnen Kunststoff ins Schwarze Meer. Ein Fünftel davon stammt von PET-Flaschen, die somit nicht den Weg in die Recycling-Zyklus finden.

Die Plastiksackerl haben seit heuer ausgedient, obwohl in Österreich bis Ende Dezember fast 2.000 Sackerl in der Minute ausgegeben wurden, ist das Verbot nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Aktuell steht die PET-Flasche im Rampenlicht der Diskussion und damit verbunden der Drei-Punkte Plan der Umweltministerin Leonore Gewessler.

Genaueres zum Nachlesen gibt es unter folgendem Link:

https://www.bmk.gv.at/service/presse/gewessler/20200907_3punkteplan.html

Mehrweg statt Einweg

Allein in Österreich werden jährlich 1,6 Mrd. Plastikflaschen auf den Markt gebracht. Würde man alle Plastikflaschen aneinanderreihen, die jährlich verkauft werden, ergäbe sich eine Kette, die 11-mal um die Welt reicht.

Am Besten wäre gänzlich auf Plastik zu verzichten, aber allein der Umstieg auf Mehrwegflaschen aus Kunststoff würde den Verbrauch verringernFlaschen aus Glas sind sogar bis zu 40 mal befüllbar. Eine Umstellung auf Mehrweg könnte somit über 1 Milliarde PET-Flaschen einsparen.

Jeder von uns Konsument*innen kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, auf unnötigen Verpackungsmüll und generell Plastik zu verzichten. Der Einkauf in “unverpackt”-Läden bietet eine Möglichkeit den eigenen Plastikmüll zu reduzieren. Aber auch die großen Ketten ziehen bereits nach und bieten immer mehr Alternativen.

Kämpfen wir gemeinsam gegen die Plastikflut!

© Noel Guevara / Greenpeace
Quelle: https://www.countrylife.co.uk/country-life/country-life-litter-campaign-71195

Links

- https://www.youtube.com/watch?v=VJMB0cg2X4Q

- https://www.youtube.com/watch?v=R1PiB5uTSPY

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