Sperrmüll

Caroline Heindl

Die lange Nacht des Sperrmülls: Wie kam es dazu?

Vielleicht seid ihr schon selbst mal, bei einem gemütlichen Spaziergang durch den Wald, auf eine alleingelassene Waschmaschine oder einen illegal entsorgten Lattenrost gestoßen.  Leider werden tatsächlich ganze Kücheneinrichtungen in der Natur gefunden und einsame Autoreifen auf der Raststätte kennt jede*r.

Womöglich habt ihr dann auch den Hintergrund dieser Taten in Frage gestellt, sich darüber geärgert oder sogar mit den Personen, die es wieder einmal wegräumen müssen, Mitleid gehabt. Wir auch! Vor allem als wir bei der Recherche auf die unzähligen Fundmeldungen stießen. Zwar zieht sich dieses Phänomen durch das ganze Land: Von Vorarlberg nach Wien, aber besonders in ländlichen Gebieten wurde vermehrt davon berichtet.

Ein kleiner Einblick in die Welt der Umweltsünden: https://www.meinbezirk.at/tag/illegale-m%C3%BCllablagerung

Die schmutzigen Zahlen

Entlang den Straßen und auf den österreichischen Raststätten allein fallen schon über 8.600 Tonnen Müll an. Doch das Problem mit der illegalen Müllablagerung ist auch den illegalen Sperrmüll-Sammlern geschuldet, die laut offiziellen Zahlen über 80.000 Tonnen an Sperrmüll jährlich in Österreich sammeln. Aber Müll ist nicht gleich Müll!

Denn diese Sammler interessieren sich ausschließlich für die wertvollen Stoffe (Kupfer, Aluminium) und Gegenstände, der Rest landet häufig in unseren Wäldern und Wiesen. Dies kommt nicht nur der Natur, sondern auch der Bevölkerung teuer zu stehen. Nicht nur die illegale Entsorgung durch die eigene Hand, kann zu hohen Strafen bis zu 40.000 Euro führen, sondern auch bei der Weitergabe an illegale Müllsammler, winken hohe Verwaltungsstrafen.

Wie viel Sperrmüll nun tatsächlich in der Natur landet ist ungewiss, hochgerechnet ist eines aber definitiv klar: wir sprechen von mehreren hundert Tonnen.

Aber „Wieso“ denn jetzt eigentlich?

Bei der Frage nach dem Beweggründen, orientierten wir uns zunächst an den Motiven für die generelle falsche Müllentsorgung, wo folgende Punkte genannt werden: Faulheit, Gleichgültigkeit oder Eile, ein weitaus interessanteres Argument fiel uns auf, als wir die Österreicher*innen dazu befragten: die Öffnungszeiten!

Besonders am Land gibt es viele Deponien, die gerade einmal zwei Tage die Woche für ein paar Stunden ihre Pforten öffnen, noch dazu am frühen Nachmittag. Normalsterbliche schaffen es da nur mithilfe von Urlaubstagen zu offenen Sammelzentren.

Unser Lösungsansatz

Wenn ihr euch für eure Mülldeponie auch längere Öffnungszeiten wünscht, dann schreibt eurer Gemeinde oder den Verantwortlichen eures Altstoffsammelzentrums.

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