Unadressierte Werbung

Benjamin Schlöglhofer

Unadressierte Werbung, nervig und ressourcenfressend

Jeder kennt sie, nur wenige mögen sie. Die Broschüren voll mit Lockangeboten von Supermärkten, oder Möbelhäusern in unseren Postkästen. 63 Prozent (1) der österreichischen Zustelladressen bekommen unadressierte Werbung, Tendenz steigend.

Schont das Börsel, aber nicht die Umwelt

Der verbilligte Fisch schont zwar das Börsel von Herr und Frau Österreicher, aber nicht die Umwelt. Bis zu 100 Kilogramm Broschüren fallen pro Jahr und Zustelladresse an (2). Unglaubliche 297.000 Tonnen Papier sind das auf ganz Österreich gerechnet.

Diese Ressourcen werden für etwas verpulvert, das sich viele gar nicht ansehen. In Zeiten des World Wide Web stellt sich auch die Frage der Sinnhaftigkeit von unadressierter Werbung in Papierform. Für Schnäppchenjäger*innen bietet das Internet sowieso ein viel größeres Jagdrevier.

Sticker gegen Postkastlfüller

Ein einfacher Weg gegen die Postkastlfüller sind Sticker. Durch das anbringen von Pickerln mit Aufschriften wie „Bitte keine Werbung“ kann die Umwelt nachhaltig geschont werden. Jede*r von uns kann so seinen Beitrag leisten. Mit einem Aufkleber werden bis zu 100 kg Papier pro Jahr eingespart.

Aber wo kriegt man sie

Es gibt mehrere Wege die Sticker zu bekommen. Sie können bei der WKO beantragt werden. Diese Sticker gelten aber nur für maximal 3 Jahre (3). Ein bisschen unkomplizierter kommt man an die Aufkleber der Umweltberatung. Sie können online bei der Organisation bestellt werden. Die sind auch unbefristet gültig und kosten 0,16 Euro pro Stück (4).

Will man sowohl unadressierte als auch adressierte Werbung loswerden, so kann man sich in die sogenannte Robinsonliste eintragen lassen (5). Danach landet fast nichts mehr im Postkasten.

Das umgekehrte Prinzip

In Amsterdam verhält es sich genau umgekehrt mit der Papierwerbung. Dort erhält man unadressiertes Werbematerial nur, wenn man einen Sticker „Bitte Werbung“ am Postkasten kleben hat. Dieses Prinzip wäre auch wünschenswert für Österreich.

Quellen

(1) Abrufdaten von https://www.postgeo.at mit einem Account bekommt man folgende Informationen: 4.671.046 Zustelladressen für unadressierte Werbung; 2.969.232 Adressen beziehen Werbung; 1.701.814 beziehen nicht; Zahlen zur Verfügung gestellt von der Umweltberatung (Abrufdatum 14.10.2020)

(2) Studie der Universität für Bodenkultur  https://www.wenigermist.at/2003-projektbericht-werbung-auf-wunsch

(3) Hier kann man die WKO-Sticker anfordern; Gültigkeit richtet sich nach der Jahreszahl auf dem Sticker https://www.wko.at/branchen/information-consulting/werbung-marktkommunikation/flugblattverzichter.html

(4) Kostenpflichtige Sticker der Umweltberatung; auf der Homepage gibts viele weitere Infos zu dem Thema https://www.umweltberatung.at/werbung-einfach-abbestellen

(5) Weitere Informationen zur Eintragung auf die Robinsonliste https://www.umweltberatung.at/die-robinsonliste



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